Gründungsthema

Businessplan erstellen: Aufbau, Inhalte, Vorlage

Gliederung, Textteil und Zahlenteil: wie ein Businessplan aufgebaut ist, den Bank und Förderstelle ernst nehmen.

Der Businessplan ist das zentrale Dokument jeder Gründung. Er zwingt dazu, die Idee zu Ende zu denken, und er ist die Grundlage für fast jede Finanzierung: Banken, Förderbanken, die Agentur für Arbeit beim Gründungszuschuss und private Investoren wollen ihn sehen. Gleichzeitig ist er Ihr eigener Fahrplan, an dem Sie später messen, ob das Vorhaben auf Kurs ist.

Wozu der Businessplan dient

Ein guter Plan beantwortet drei Fragen: Was genau wollen Sie anbieten und für wen? Warum wird das funktionieren? Und rechnet es sich so, dass Sie davon leben und Kredite zurückzahlen können? Wer diese Fragen schriftlich beantwortet, erkennt Lücken früh, etwa einen zu niedrigen Preis, einen unterschätzten Kapitalbedarf oder einen Markt, der kleiner ist als gedacht.

Ein Businessplan ist kein einmaliges Pflichtdokument. Überarbeiten Sie ihn, wenn sich Annahmen ändern, und vergleichen Sie im ersten Jahr regelmäßig Plan und Wirklichkeit.

Die übliche Gliederung

Eine feste Norm gibt es nicht, doch die meisten Kammern und Förderbanken erwarten diese Bausteine:

  1. Zusammenfassung (Executive Summary): Idee, Zielgruppe, Kundennutzen, Kapitalbedarf und erwartete Ergebnisse auf ein bis zwei Seiten. Schreiben Sie sie zuletzt.
  2. Gründerperson oder Team: Ausbildung, Berufserfahrung, kaufmännische Kenntnisse und wer welche Aufgabe übernimmt.
  3. Angebot: Produkt oder Dienstleistung, Kundennutzen, Stand der Entwicklung, eventuelle Schutzrechte.
  4. Markt und Wettbewerb: Zielgruppe, Marktgröße, Trends, direkte Wettbewerber und Ihre Abgrenzung.
  5. Marketing und Vertrieb: Preisstrategie, Vertriebswege, Werbung und Kundengewinnung.
  6. Standort: Lage, Miete, Einzugsgebiet, rechtliche Zulässigkeit.
  7. Organisation und Personal: Abläufe, Lieferanten, geplante Mitarbeiter.
  8. Rechtsform und Formalitäten: gewählte Rechtsform, Genehmigungen, Versicherungen.
  9. Chancen und Risiken: was gut laufen kann, was schiefgehen kann und wie Sie gegensteuern.
  10. Zahlenteil: Pläne für Kapitalbedarf, Finanzierung, Rentabilität und Liquidität.

Der Zahlenteil

An den Zahlen entscheidet sich, ob ein Plan ernst genommen wird. Die vier Kernstücke bauen aufeinander auf.

Kapitalbedarfsplan

Er listet alles, was bis zum laufenden Betrieb finanziert werden muss: Investitionen in Ausstattung, Maschinen, Fahrzeuge und Software, Gründungskosten wie Notar, Anmeldungen und Beratung, ein Waren- oder Materiallager, die Anlaufkosten der ersten Monate und eine Reserve für Unvorhergesehenes.

Finanzierungsplan

Er zeigt, woher das Geld kommt: Eigenkapital, Bankkredit, Förderkredit, Zuschüsse, Beteiligungen oder Darlehen aus der Familie. Die Summe muss den Kapitalbedarf decken. Welche Wege es gibt, steht unter Gründungsfinanzierung und Fördermittel.

Rentabilitätsvorschau

Sie stellt für jedes Planjahr Umsatz und Kosten gegenüber: Wareneinsatz, Personal, Miete, Versicherungen, Marketing, Abschreibungen, Zinsen und bei Einzelunternehmen auch die Entnahmen für den Lebensunterhalt und die private Vorsorge. Daraus ergibt sich, ab wann das Vorhaben Gewinn abwirft. Der Punkt, an dem Umsatz und Kosten gleich hoch sind, heißt Break-even.

Liquiditätsplan

Der Liquiditätsplan rechnet Monat für Monat mit tatsächlichen Zahlungen, nicht mit Umsätzen und Kosten. Er zeigt, wann Geld auf dem Konto eingeht und wann es abfließt. Ein Unternehmen kann auf dem Papier Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig werden, etwa wenn Kunden spät zahlen, die Miete aber pünktlich fällig ist. Planen Sie auch Steuervorauszahlungen und Umsatzsteuerzahlungen ein.

  • Zusammenfassung zuletzt geschrieben und auf zwei Seiten begrenzt
  • Jede Umsatzannahme begründet: Preis, Menge, Quelle
  • Private Lebenshaltungskosten und Krankenversicherung eingeplant
  • Liquidität für das erste Jahr monatlich geplant
  • Reserve für Verzögerungen und unvorhergesehene Kosten enthalten
  • Finanzierungsplan deckt den gesamten Kapitalbedarf
  • Risiken offen benannt, Gegenmaßnahmen beschrieben

Typische Fehler

  • Zu optimistische Umsätze: Viele Pläne rechnen ab dem ersten Monat mit voller Auslastung. Realistisch ist eine Anlaufkurve.
  • Vergessene Kosten: Versicherungen, Krankenversicherung, Steuerberatung, Rücklagen für Steuern und Reparaturen fehlen oft.
  • Keine Belege: Annahmen ohne Quelle oder Herleitung wecken Misstrauen. Nennen Sie Angebote, Marktdaten und Erfahrungswerte.
  • Fachchinesisch: Der Plan muss für Leser ohne Branchenwissen verständlich sein.
  • Fehlende Reserve: Wer exakt auf Kante plant, gerät bei der ersten Verzögerung in Not.

Präsentation vor Bank und Investoren

Für das Bankgespräch reicht meist der schriftliche Plan, ergänzt um Unterlagen wie Lebenslauf, Angebote für Investitionen und eine Aufstellung des privaten Vermögens. Investoren erwarten zusätzlich ein kurzes Pitch Deck: zehn bis fünfzehn Folien mit Problem, Lösung, Markt, Geschäftsmodell, Team, Zahlen und Kapitalbedarf. Üben Sie die Präsentation und bereiten Sie Antworten auf kritische Fragen vor, besonders zu Ihren Umsatzannahmen.

Hilfe beim Erstellen

Kammern, Gründungszentren und manche Förderbanken lesen Businesspläne gegen und geben Rückmeldung, oft kostenlos. Für den Gründungszuschuss ist ohnehin die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle nötig. Einen Plan von Dritten komplett schreiben zu lassen ist selten sinnvoll: Im Gespräch mit Bank oder Förderstelle müssen Sie jede Zahl selbst erklären können.

Linktipps

Offizielle Stellen, kurz kommentiert

  • Existenzgründungsportal: Businessplanexistenzgruendungsportal.de

    Das Portal des Bundes erklärt Aufbau und Inhalte des Businessplans und bietet Übersichten und Hilfen für den Zahlenteil.

  • KfW: Gründen und Nachfolgenkfw.de

    Die Förderbank des Bundes beschreibt, welche Unterlagen für Förderkredite verlangt werden. Der Businessplan gehört fast immer dazu.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Businessplan sein?
Für kleine Gründungen reichen oft 15 bis 30 Seiten plus Zahlenteil. Wichtiger als der Umfang ist, dass jede Annahme begründet ist und der Leser die Zusammenfassung in wenigen Minuten versteht. Lange Texte ohne Zahlen überzeugen weder Banken noch Förderstellen.
Für wie viele Jahre muss ich planen?
Üblich sind drei Jahre, das erste Jahr meist auf Monatsbasis. Für die Liquidität ist die monatliche Planung entscheidend, weil sich Engpässe in Jahreszahlen verstecken.
Darf ich eine Vorlage verwenden?
Ja. Kammern, Förderbanken und das Existenzgründungsportal des Bundes stellen Gliederungen und Tabellen bereit. Eine Vorlage hilft bei der Struktur, ersetzt aber keine eigenen, auf Ihr Vorhaben zugeschnittenen Zahlen und Begründungen.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Die Inhalte sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Beratung durch Steuerberatung, Rechtsanwalt, Kammer oder Förderbank.